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Der weibliche G-Punkt: Wo er sich befindet und wie man ihn am besten stimuliert

Der weibliche G-Punkt spaltet bis heute die Gemüter: Die einen haben noch nie davon gehört, einige denken er sei ein Märchen und wieder andere halten den G-Punkt der Frau für das Nonplusultra der weiblichen Stimulationszentren.

Um den weiblichen G-Punkt, nach seinem Entdecker Dr. Ernst Gräfenberg benannt, schwebt der Schleier des Geheimnisvollen. In den Medien wird der G-Punkt oft als „sagenumwoben“ und  „mystisch“ bezeichnet. Die Lage des G-Punkts wird angezweifelt, seine Funktion und manchmal sogar seine Existenz. Dennoch behaupten die, die bereits von der Existenz des G-Punkts überzeugt sind und in den Genuss seiner Wirkungsentfaltung gekommen sind, dass der G-Punkt der Garant für die intensivsten Orgasmen und ein erotischer Hochgenuss ist.

Die Wissenschaft ist sich uneinig, ob es den G-Punkt der Frau überhaupt gibt

Bis heute ist wissenschaftlich nicht eindeutig geklärt, was es mit diesem weiblichen Hotspot auf sich hat. Es finden zwar umfangreiche Diskussionen auf wissenschaftlicher Ebene statt, doch sind diese sehr widersprüchlich und basieren hauptsächlich auf Erfahrungsberichten.

Lageplan: Wo befindet sich der weibliche G-Punkt?

Eine genaue Lagebeschreibung für den weiblichen G-Punkt gibt es nicht. Denn wo sich der G-Punkt befindet, ist bei jeder Frau verschieden. Manche Frauen spüren auch nicht, dass sie einen G-Punkt haben. Mittlerweile hat man einen Bereich an der Scheidenvorwand eingegrenzt, in dem der G-Punkt liegen soll: In der Nähe der Harnröhre, wenige Zentimeter vom Scheideneingang entfernt. Doch selbst dies kann von Frau zu Frau variieren. Manche Frauen berichten, dass die Stimulation direkt hinter dem Eingang der Scheide am intensivsten ist. Andere benötigen eine tiefere Penetration, um intensivere Gefühle durch den G-Punkt zu bekommen.

Die Skene-Drüsen: Sensibler Bereich bei der Frau

In diesem Bereich liegen auch die nach dem Gynokologen Alexander Skene benannten Skene-Drüsen. Sie liegen um die Harnröhre herum und ähneln in ihrer Beschaffenheit stark der Prostata des Mannes – einer seiner erogenen Zonen [1]. Viele kleine Blutgefäße und Nervenfasern machen diesen Bereich so besonders sensibel.

Bei sexueller Erregung füllen sich die Skene-Drüsen mit Flüssigkeit und der gesamte Bereich um den G-Punkt schwillt an. Dies kann man mit etwas Glück und Fingerspitzengefühl sogar ertasten – es ist eine knotige Erhebung, die sich ähnlich anfühlt wie die äußere Seite einer Walnuss. Dabei ist die Größe dieser Erhebung wieder von Frau zu Frau verschieden und sagt nichts über das Stimulationsvermögen aus.

Was passiert während der Stimulation des G-Punkts?

Wenn noch keinerlei sexuelle Erregung stattgefunden hat und die G-Punkt-Region stimuliert wird, ist das in der Regel zunächst eher ein unangenehmes Gefühl für die Frau, viele berichten, dass es dem Gefühl des Harndrangs ähnelt. Wenn jedoch die Erregung steigt und die Vagina feuchter wird, wird auch die Stimulation des G-Punkts als sehr erregend empfunden. Viele Frauen kommen so spielend zu einem lustvollen, vaginalen Orgasmus. Der vaginale Orgasmus wird von vielen Frauen als deutlich länger und intensiver beschrieben, als der klitorale Orgasmus, der vorwiegend durch äußere Stimulation und weniger durch Penetration erreicht wird.

Ist die Klitoris an der Stimulation des weiblichen G-Punkts beteiligt?

Manche Forscher behaupten, dass die Klitoris maßgeblich an der Stimulation des G-Punkts beteiligt ist. Da die Klitoris nicht nur aus der sichtbaren kleinen Knospe besteht – der äußere Teil macht nur etwa ein Zehntel der gesamten Klitoris aus – sondern die sogenannten Klitoris-Schenkel und ein weitreichendes Geflecht von über 8000 Nerven weit ins Innere der Vagina ragen, kann auch die Region des G-Punktes etwa durch das Zusammendrücken der Klitoriswurzel beim Sex stimuliert werden. Beim Orgasmus, vor allem durch die Stimulation des G-Punkts, kommt es bei manchen Frauen zu einem Austreten von Flüssigkeit aus den Skene-Drüsen, was man als weibliche Ejakulation bezeichnet.

Die weibliche Ejakulation

Tatsächlich wissen viele nicht, dass eine Ejakulation nicht nur Männern vorbehalten ist. Auch Frauen können über die Skene-Drüsen bei einem Orgasmus eine Flüssigkeit ejakulieren. Hierfür hat sich der Bgriff “Squirting [2]” etabliert. Die Flüssigkeit der Skene-Drüsen setzt sich aus zwei verschiedenen Sekreten zusammen. Eine davon enthält Harnsäure und Harnstoff (keine Angst, die Konzentration bei der weiblichen Ejakulation ist gering und keinesfalls mit der im Urin zu vergleichen), die andere ähnelt in ihrer Zusammensetzung sogar der des männlichen Ejakulats. Sie enthält prostataspezifische Antigene, die der Verflüssigung des Sekrets dienen, und zudem Glukose. Forscher fanden heraus, dass diese Flüssigkeit ein wahrer Stärkungs-Cocktail für Spermien sein kann, denn diese nutzen Glukose zur Energiegewinnung und werden somit auf dem Weg zur Eizelle gestärkt. Die Menge des weiblichen Ejakulats ist unterschiedlich und kann tatsächlich bei einer einzigen Ejakulation bis zu 250 ml betragen.

Es ist nicht bewiesen, dass Squirting mit dem G-Punkt zusammenhängt

Allerdings tritt die weibliche Ejakulation bei weitem nicht bei jeder Frau und schon gar nicht bei jedem Orgasmus auf. Zudem schämen sich manche Frauen, wenn beim Geschlechtsverkehr beziehungsweise einem Orgasmus Flüssigkeit austritt. Dabei ist die weibliche Ejakulation ein ganz natürlicher Vorgang und das Squirten wird sogar von den meisten Männern als besonders schöner Lustgewinn angesehen. Allerdings fehlen bislang wissenschaftliche Studien und vor allem Beweise, ob die Fähigkeit einer Frau zu ejakulieren, zwangsläufig mit dem G-Punkt zusammenhängt.

Erkundungstour: Wie stimuliert man den G-Punkt am besten?

In Bezug auf die Stimulation des G-Punkts gibt es kein Patent-Rezept. Jedoch lohnt es sich, sich entweder zunächst alleine oder mit dem Partner auf eine erregende Suche nach dem G-Punkt zu begeben und sich mit diesem wundervollen Lustzentrum vertraut zu machen. Ob durch behutsames Massieren des G-Punkts mit dem Finger, Penetration mit dem Penis oder mit Hilfe eines Sexspielzeugs – nehmen Sie sich Zeit für Ihren G-Punkt und entdecken Sie, was ihnen am besten gefällt. Und – ganz wichtig – nicht jede Frau findet die Stimulation des G-Punkts gut, manche können anderen Hotspots mehr abgewinnen. Bleiben Sie also flexibel und fixieren Sie sich nicht darauf.