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Introvertierte und Extrovertierte bei der Partnersuche

Sind Sie introvertiert oder eher extrovertiert?

Unterschiedliche Menschen sind auf der Suche nach unterschiedlichen Partnern. Jeder hat in seinem Bekanntenkreis wahrscheinlich introvertierte und extrovertierte Personen und Persönlichkeiten. Die einen schlagen zarte Töne im Umgang mit ihren Mitmenschen und Partnern an, die anderen stürzen sich mit Pauken und Trompeten ins Getümmel. In diesem Artikel werden wir uns mit beiden Typen auseinandersetzen und herausfinden, welche Besonderheiten es in Bezug auf Flirten und Dating zu beachten gilt.

Wie kann es sein, dass einer lieber zuhört, genießt und schweigt und sich gerne der allgemeinen Meinung beugt – ein anderer aber aufbrausend und laut daher kommt? Temperament und Persönlichkeit sind ein Stück weit Vererbungssache. Einen entscheidenden Punkt tragen aber auch die Erziehung und das soziale Umfeld dazu bei, wie sich ein Mensch auf lange Sicht entwickelt. Bei leisen, eher zurückhaltenden Menschen spricht man von introvertiert, bei lauten und dominanten Personen von extrovertiert. Lesen Sie hier, wie sich diese beiden Typen bei der Partnersuche verhalten.

Extrovertierte Menschen: Mit Pauken und Trompeten durchs Leben

Laute oder extrovertierte Menschen sind meist aufgeschlossen, selbstbewusst und fühlen sich wohl, wenn sie im Mittelpunkt stehen. Sie können gut verkaufen, seien es Produkte oder Ideen – und vor allem sich selbst. Ein Publikum können sie mühelos begeistern und mitreißen. Es ergeben sich oft spannende Gespräche. Um eine peinliche Pause braucht man sich keine Gedanken zu machen. Allerdings können Extrovertierte auch schnell aufdringlich und dominant wirken. Die gewisse Portion Empathie kann zu kurz kommen und so ist man ab und an von diesem Typ Mensch genervt. Gerade eher introvertierte Menschen empfinden laute Personen auch schon mal als Zumutung.

Partnersuche bei extrovertierten Menschen

Bei der Partnersuche darf sich der Introvertierte zunächst eher zurücklehnen. Der lautere Part hat kein Problem andere anzusprechen und bemüht sich auch meist ohne Schüchternheit, wenn ihm das Gegenüber gefällt. Auch wird er sich schneller auf ein Date einlassen und der Abend wird unter Garantie nicht langweilig. Allerdings gibt es auch eine Kehrseite: Extrovertierte neigen dazu, sich selbst zu überschätzen und merken eventuell nicht, wenn sie bei ihrem Gegenüber nicht so gut ankommen. Kritik wird oft nicht für voll genommen und ein Korb kann schon mal einen Disput auslösen, denn mit Absagen können extrovertierte Persönlichkeiten nur schwer umgehen.

Introvertierte Menschen: Leise Töne und abwartendes Verhalten

Schüchterne oder introvertierte Menschen sind oft eher verkopft. Für sie spielt sich das Leben erstmal in Gedanken ab – das bedeutet jedoch keineswegs, dass sie wenig gefühlvoll sind, im Gegenteil, gerade Introvertierte setzen sich oft viel mehr mit ihrer inneren Gefühlswelt auseinander als extrovertierte Menschen. Einzig, sie lassen sich nicht so impulsiv von ihren Gefühlen leiten sondern grübeln viel und wälzen einen Gedanken ordentlich hin und her, bevor sie sich für etwas entscheiden. Sie sind sehr gute Planer und Erfinder. Sie halten sich eher im Hintergrund. Bestimmt hat jeder folgenden Satz von einem Introvertierten schon mal mitbekommen: „Ich höre halt gerne zu und denke mir dann meinen Teil.“ oder, „Ich muss ja nicht zu allem meinen Senf dazu geben.“ Dies bedeutet nicht, dass dieser Personentyp nicht interessiert an einem Gespräch teilnimmt. Er sieht nur keine Notwenigkeit sich zu beteiligen. Introvertierte Menschen kommen in der Gesellschaft oft gut an. Sie sind emphatisch und wenn sie sich mal einmischen, dann ist ihre Meinung hoch im Kurs, da sie es gut verstehen, Kernessenzen eines Gesprächs herauszufiltern und sich auf das Wesentliche zu beschränken. Wer introvertiert ist, der reagiert nämlich auch empfindlicher auf viele Eindrücke. Eine Reizüberflutung tritt wesentlich schneller ein als bei Extrovertierten, deswegen verfolgt der Introvertierte lieber ein Gespräch oder liest ein Buch, als dass er sich auf Partys tummelt oder ständig von diversen Medien beschallt wird.

Partnersuche bei introvertierten Menschen

Hier kann es manchmal etwas länger dauern – auch deswegen, weil introvertierte Menschen genauer abwägen und einfach für viele Schritte mehr Zeit haben möchten. Der Introvertierte ist eher zurückhaltend und wirkt deswegen nicht selten auf den Partner schüchtern. Er reflektiert mehr als extrovertierte Frauen und Männer. Er nimmt sich das Gesagte auch mehr zu Herzen. Ein Beispiel sind Sara (35) und Marc (42). Die beiden haben sich im Internet kennen gelernt und zu einem ersten Date verabredet. Marc ist eher der laute, Sara eher der leise, schüchterne Typ. Sara beschreibt hinterher ihr Date wie folgt: “Marc war pünktlich, das fand ich schon mal sehr gut. Er führte auch gut durchs Gespräch, fragte mich viel und wusste auf jede Antwort einzugehen. Das hat mir gut gefallen. Er merkte auch, dass ich sehr ruhig und abwartend bin. Ich hätte mir gerne noch ein oder zwei weitere Dates zum Kennenlernen gewünscht, aber dann kam der Satz: ‘Also Sara, gehen wir nun zu Dir oder zu mir?’ Sorry, aber da war ich raus. Wie sich später heraus stellte, sollte das ein Witz gewesen sein, um die Stimmung etwas zu lockern. Der kam bei mir überhaupt nicht gut an.”
Ein kurzer Spaß unter der Gürtellinie kann somit ein Date auch schnell zum Ende bringen. Introvertierte reagieren mitunter nämlich sehr sensibel und können mit direkter Konfrontation schwer umgehen. Aber Achtung: Leise Menschen sind nicht unbedingt immer introvertiert. Man kennt den Spruch ‘Stille Wasser sind tief’, das trifft tatsächlich oft zu. Manche auf den ersten Blick sehr zurückhaltenden, leisen Menschen haben einen unglaublich trockenen, manchmal schon sarkastischen Humor und warten auf den geeigneten Zeitpunkt, um einen „Klops rauszuhauen“, sie sind sehr konzentriert und fähig, vieles auf einmal wahrzunehmen und auch zu verarbeiten. Die bei vielen Introvertierten leicht auftretende Reizüberflutung ist hier meist nicht gegeben.

Kann man sein Auftreten von laut zu leise ändern und umgekehrt?

Wer mit seiner Persönlichkeit unzufrieden ist oder es als störend empfindet, immer laut oder eben leise zu sein, der möchte seine Gewohnheiten eventuell ändern. Gerade sehr introvertierte Menschen wünschen sich oft, etwas mehr aus sich herausgehen können. Extrovertierten Menschen machen sich über ihr Auftreten meist weniger Gedanken. Wie anfangs schon beschrieben wurde, hängt der jeweilige Wesenszug auch mit der Genetik zusammen, was eine radikale Umänderung meist unmöglich macht. Tendenzen in eine Richtung werden somit immer bestehen bleiben, aber es ist möglich Extreme zu vermeiden und darauf hin zu arbeiten, dass man ein ausgeglichenes Temperament erlangt und sich nicht immer entweder mit Pauken und Trompeten oder eben quasi überhaupt nicht bemerkbar macht. Mittlerweile gibt es Coachings, die zu diesem Thema angeboten werden. Sollte das nicht das Richtige sein, kann man sich auch selbst eine Aufgabe beim nächsten Treffen stellen oder direkt einen Gegenpart aus dem Bekanntenkreis suchen, der einem dabei hilft. Ein Beispiel: Spielen Sie eine typische Situation nach. Jemand hat sich beim Einkaufen dreisterweise in der langen Schlange vorgedrängelt. Wie reagieren Sie als introvertierter Mensch? Etwas sagen oder den Frust in sich reinfressen? Oder der extrovertierte Kollege bekommt für Ihre Idee, die Sie jedoch gemeinsam besprochen haben, einen Bonus – nur weil er den ersten Schritt vor der Geschäftsleitung gemacht hat und Sie noch nicht präsentieren wollten, sondern lieber noch etwas am Projekt tüfteln. Wie reagieren Sie? Üben Sie auch, jeweils den Gegenpart anzunehmen.

Beide Typen können übrigens sehr gut voneinander lernen. Introvertierte können sich den Mut zur Lücke bei Extrovertierten abschauen. Es muss nicht immer alles bis ins kleinste Detail durchdacht werden. Umgekehrt können sich Extrovertierte bei Introvertierten die Gelassenheit und Empathie abschauen. Es muss nicht immer der Elefant im Porzellanladen sein.

Introvertierte und extrovertierte Menschen finden sich

Gegenseitige Akzeptanz ist das Schlüsselwort bei ungleichen Flirtpartnern, denn Gegensätze zwischen laut und leise sind nicht unbedingt ein Problem. Im Gegenteil, beide zusammen ergeben ein sehr starkes Team. Wenn das jeweilige Gegenüber die „Schwächen“ des anderen kennt, so können sich beide wunderbar ergänzen. Im Privatleben ergibt sich daher ein starkes Paar, das sich notfalls gegenseitig in die Schranken weist beziehungsweise in eine bestimmte Richtung lenkt. Der extrovertierte Flirtpartner muss lernen, dass es nichts Persönliches ist, wenn der introvertierte sich öfter zurückzieht beziehungsweise manche Dinge langsamer angehen lassen möchte. Andersrum muss der introvertierte Teil zugestehen, dass der andere eben seine Aufmerksamkeiten braucht. Bei gemeinsamen Aktivitäten muss ein Mittelweg gefunden werden. Dies ist aber nicht schwer, da der Introvertierte sich meist gerne mitziehen lässt und Entscheidungen dem Extrovertierten überlässt. Die Harmonie in dieser Beziehung ist somit nicht allzu oft in Gefahr. Der lautere Partner kann dem leiseren helfen, etwas mehr aus sich herauszukommen und sich zu beteiligen. Dieser wiederum dämpft die eine oder andere Unüberlegtheit des Extrovertierten und holt diesen sanft auf den Boden der Tatsachen zurück. Ein perfektes Match also.


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